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Auf sich aufmerksam machen

Die Theater-und Kulturbranche lässt sich oftmals mit einem Haifischbecken vergleichen, in das man gerade ein blutiges Steak hineingeworfen hat. Nur dass das Steak in unserem Falle ein potenter Geldgeber, eine Firma oder die öffentliche Hand ist. Gottseidank fechten wir den "Kampf" um ein Stückchen Fleisch noch nicht mit Gewalt aus und in unserer Branche kann das "Steak" frei wählen, von wem es verzehrt werden will. OK, der Vergleich "hinkt" etwas, aber in Bildern erklärt ist es oft schneller begreifbar. Das Zauberwort heisst bei uns: auffallen. Möglichst aus der Masse herausstechen. Unvergleichlich sein. Originell. Einzigartig. Das Problem dabei ist, dass dies die Mitbewerber auch alle sein wollen oder sind.

 

Nun gilt es unter der Riege der unvergleichbar Einzigartigen, der Einzigartigste zu sein. Das kann oftmals auch gelingen, aber was nutzt es, wenn keiner von meiner Einzigartigkeit weiss? Nun muss man zu dem Mittel greifen, was mir persönlich oft am schwersten fällt: sich "verkaufen". Sich als Person, seine Idee oder die Veranstaltung die man gerade mit allen Kräften anschiebt "promoten" und möglichen Geldgebern schmackhaft zu machen. In solchen Gesprächen mit Firmeninhabern geht es dann irgendwie immer um alles oder nichts. Die Existenz des Projektes, meine Existenz und die Reputation aller, die bei dem geplanten Projekt mitwirken hängt an mir und der Art und Weise wie ich mich in solchen Gesprächen "schlage".

Das ist immer eine Gradwanderung. Da komme ich mir vor, als würde ich einen 3000 Meter hohen Berg besteigen, ohne Sauerstoffflasche und ohne Proviant und in Flip-Flops.

Zuviel Selbstvertrauen kann zum Absturz führen. Zu wenig Selbstvertrauen zieht Misstrauen und Zweifel an. Mein Rezept in solchen Situationen lautet immer: ehrlich sein, hinter allem stehen und auf Sympathie hoffen.

Letzteres - das ist meine Erfahrung - ist oft das ausschlaggebende Element, welches zum Erfolg führt. Natürlich geht es Geldgebern auch immer darum, was sie mit ihrer Unterstützung für einen Nutzen erzielen und ob es in ihre Strategie passt. Dennoch darf man den Faktor "Sympathie" nicht unterschätzen. Nur; wie ist man sympathisch?

Kurz gesagt. Das ist man, oder man ist es nicht. Sitze ich einem unsympathischen Firmenboss gegenüber, so weiss ich innert ein paar Sekunden, dass wir vermutlich nicht zusammenkommen werden. Wenn man zusammen eine Veranstaltung trägt, dann muss das stimmen. Die Firma, ihr Produkt, aber auch die Verantwortlichen müssen passen. Ich weiss, das klingt gerade so, als ob ich CHF 100'000.- von einem mir unsympathischen Firmenoberhaupt ablehnen würde, nur weil er mir nicht passt. Natürlich geht es bei solchen Entscheidungen nicht alleine um meine Person. Ich habe immer das Ganze, das Team, die Produktion im Auge und fälle Entscheidungen, die dem ganzen dienen.

Trotzdem achte ich darauf, dass man nicht alles um jeden Preis tut und sich nicht des lieben Geldes wegen aus den Augen verliert. Das ist auch eine der vielen Herausforderungen, denen man ausgesetzt ist. Aber wie ich schon schrieb: Es ist eine Gradwanderung!

 

Renato Salvi

 

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